Aus Tradition gut. Seit 1612.

23. Mai 1612

Leipzig kommt

Thomas Lebzelter, seines Zeichens Ratsherr und Handelsmann aus Leipzig, erhält von Kurfürst Johann Georg I. die hochamtliche Genehmigung zur Errichtung einer Schmelzhütte mit vier Stichöfen – exklusiv auf der Flur Halsbrücke. Und mit dieser historischen „Hütte auf dem Halsbrücker Spat" beginnt auch unsere Geschichte.

1661

Ofen aus. Und wieder an.

Durch Spätfolgen des 30jährigen Kriegs wird die Halsbrücker Hütte für zwei Jahre stillgelegt. Ab 1663 wird sie als kurfürstlich-sächsischer Besitz vom Freiberger Oberhüttenamt wieder eröffnet und ausgebaut: mit zwei Bleischaftsöfen, zwei Krummöfen, drei Stichöfen und einem Treibeherd.

1771

Glanz in der Hütte

Der russische Zar Peter der Große besichtigt das erzgebirgischen Montanwesen und in diesem Zusammenhang auch die Hütte Halsbrücke. Aber auch für Naturforscher ist Halsbrücke ein interessantes Ziel. So besuchte unter anderem Alexander von Humboldt im Jahr 1797 das Amalgamirwerk der Hütte.

1791

Eine Weltpremiere

Errichtung des Amalgamirwerk der Hütte Halsbrücke. Sie gilt als die Musteranstalt für die europäische Fässeramalgamation – ein Verfahren nach Christlieb Ehregott Gellert, das ausgehend von Halsbrücke u. a. auch in Russland und Amerika übernommen wurde.

1794

Nach dem Brand

Nach einem Brand 1792 wurde das Amalgamirwerk 1794 wiederaufgebaut und war dann 63 Jahre ununterbrochen in Betrieb.

1815

Die Lampe des Lampadius

Der Hüttentechniker, Chemiker und Erfinder Wilhelm August Lampadius installiert die erste Gasbeleuchtungsanstalt auf dem europäischen Kontinent. Erst in einer Küche der Hütte Halsbrücke – dann einige Monate später auch im großen Anquicksaal des Amalgamirwerks

1826

Lageplan der Hütte Halsbrücke

Ansicht des damaligen Lageplans des Hüttenstandortes Halsbrücke

1846

Die Innovations­werkstatt

Umstellung der Produktionsverfahren durch die Einführung englischer Schmelzflammöfen.

Parallel kommen auch Wellner’schen Doppelöfen für das Schmelzen von Bleierz zum Einsatz. Verdreifachung der Produktion bis ins Jahr 1865 auf 30.000 t im Jahr.

1866

Immer mehr Ausstoß. Auch in die Luft.

In der Halsbrücker Hütte werden beim Schwefelsäure-Bleikammerprozess sogenannte Gay-Lussac-Türme eingesetzt. Im gleichen Jahr wurden auch die ersten Pilz’schen Hochöfen zur Verarbeitung ärmerer Erze eingeführt. Ab 1885 kam dann die „Plattnersche Goldextraktion“ mit Chlorgas zur Anwendung. Das kontinuierliche Wachstum der Produktionsmengen führt aber auch zu vermehrter Umweltbelastung.

1889

Die Hohe Esse steht

Mit 140 Metern Höhe damals der höchste Schornstein der Welt: die „Hohe Esse“. Zusammengerechnet mit seinem Standort wird damit eine Höhe von über 500 Metern Meereshöhe für Abgase erreicht – was die Verteilung von Schadstoffen aus dem Muldental heraus enorm unterstützte. Bis heute ist die Feinhütte Halsbrücke für die volle Funktionsfähigkeit der Hohen Esse verantwortlich.

Jetzt werden nahezu sämtliche Emissionen durch einen 500 m langen Rauchgaskanal zur hohen Esse geleitet. Sie ist bis heute im Wortsinn eine der größten Sehenswürdigkeiten unserer Region – und weiterhin stolzes Wahrzeichen der Halsbrücker Hüttengeschichte.

1890

Der Stolz der Region

Diese und andere Postkarten zeigen, wie stolz auch die Region auf die "Hohe Esse" war.

Juni 1890

Der Zug zum Export

Im Juni des Jahres erfolgt der Anschluss ans Eisenbahnnetz. Nun steht auch Expansion auf dem Fahrplan – und der Beginn der Verarbeitung von Erzen aus ganz Europa und Übersee. Halsbrücker Bleilötmonteure bauen in den folgenden Jahren außerdem Anlagen für die Industrie in ganz Deutschland, in Russland, Holland und sogar auf Sumatra.

16. Juli 1892

Hoher Besuch für die Hohe Esse

Am 16. Juli 1892 besuche der damalige sächsische König Albert von Sachsen die Halsbrücker Hütte um seine innige Verbundenheit zum Bergbau- und Hüttenstandort Halsbrücke zu demonstrieren. (Der originale Bronzeguss ist im Verwaltungsgebäude ausgestellt)

1920

Die “Goldenen” Zwanziger

In den 1920ern kommen neue Produktionszweige ins Programm: darunter Edelmetallsalze, wie Chlorgold, Glanzgold, Silbernitrat und Halb- und Fertigfabrikate für die Schmuck- und Uhrenindustrie. Auch als Reaktion darauf, dass seit 1913 der Freiberger Erzabbau stillgelegt worden war. Zudem steht jetzt Modernisierung auf dem Programm. Zum Beispiel 1922 mit der Gasreinigung nach der Methode Cottrell – einem elektrostatischen Prinzip. 1923 wird außerdem die Abhitze zweier Schmelzöfen zur Dampferzeugung genutzt. Und 1925 geht ein technisches Monument außer Dienst: das seit 1862 genutzte „Schwarzenberggebläse“.

1931

Vor neuen Herausforderungen

Halsbrücke startet mit der Bleielektrolyse, die als Raffinationsverfahren hier bis ins Jahr 1991 zur Anwendung kommt. Ab 1937 wird auch wieder Erz aus den Freiberger Stollen gefördert und in der Halsbrücke Hütte verarbeitet.

1940

Vor dem Aus

Nazi-Diktatur und Kriegsverlauf erhöhen die Belastungen enorm – wirtschaftlich wie gesellschaftlich. In den letzten Monaten des 2. Weltkriegs erlebt Halsbrücke Angriffe und Zerstörungen durch Tiefflieger. Dann die Kapitulation. Kurz darauf erfolgte die Demontage der Dampf- und Elektroenergieversorgung.

1946

Neue Herren. Neue Namen.

Das Hüttenwerk Halsbrücke wird zunächst der sogenannten „Industrieverwaltung 5“ für Buntmetalle zugeordnet und untersteht damit einer Abteilung für landeseigene Betriebe im Wirtschaftsministerium. 1949 erfolgt die Umfirmierung in VEB Hüttenwerk Halsbrücke – bis 1956. Dann wird aus Halsbrücke zusammen mit den Muldenhütten der VEB Freiberger Bleihütten.

1961

Kombiniert mit "Albert Funk"

Die Feinhütte ist Teil des neuen VEB Bergbau- und Hüttenkombinats „Albert Funk“. Für Halsbrücke gilt mit Gründung des Kombinats auch eine neue Ausrichtung: in erster Linie diente die Hütte nun der Gewinnung von Edelmetallen und einer erweiterten Herstellung von Edelmetall- sowie Bleierzeugnissen.

1990

Wende. Ohne Ende.

Nach der Wiedervereinigung arbeitet das Bergbau- und Hüttenkombinat Freiberg weiter als Staatsbetrieb in Verantwortung der Treuhandanstalt. Allerdings wird der Produktionsbereich „Feinhütte“ nur als Bestandteil des Hüttenwerks Muldenhütte verstanden – und schon bald als nicht sanierungs- bzw. privatisierungsfähig angesehen. Pünktlich zum 380 jährigen Jubiläum stand die Hütte im Mai 1992 daher vor dem endgültigen Aus.

1992

Der Neustart

Die Entschlossenheit der Gründer der Feinhütte Halsbrücke GmbH hat Erfolg: Am 7. August 1992 wird die neue GmbH gegründet. Knapp 3 Monate später erfolgt bereits die Aufnahme der Produktion. Mit acht verbliebenen Mitarbeitern, ohne fremde Kapitalgeber, ohne anderweitige Investoren. Gegen alle Zweifel und Widerstände der Treuhand und anderen Skeptikern zum Trotz ist es gelungen, den geordneten Betrieb in Rekordzeit wiederherzustellen und in den nachfolgenden Jahren neue Kunden in Deutschland, Europa und andere Kontinenten von der Qualität "Made in Halsbrücke" zu überzeugen. Daher kommt nicht von ungefähr, dass viele Kunden- und Lieferantenverhältnisse über seit 25 Jahren Bestand haben.

2012

Immer besser

Wiedergegründet und nie stehengeblieben: Mit Investitionen im hohen zweistelligen Millionenbereich wurden sämtliche Prozesse kontinuierlich optimiert. Und jedes Jahr wird weiter in das Unternehmen investiert. Stand der Dinge: Heute produziert die Feinhütte Halsbrücke praktisch alle Zinn- und Bleilegierungen. In fast grenzenlosen Varianten und Formaten. Und für Kunden aller Industrie- und Handelszweige. Die Folge: Metallurgische Qualität „Made in Halsbrücke" ist wieder ein internationales Synonym für höchster Qualität, individuelle Lösungen und Innovationen.

2013

Was auf's Dach

1.638 m² Dachfläche, 250 kWp: Mit der eigenen Photovoltaikanlage neuester Generation wird die Feinhütte Halsbrücke unabhängiger – und grüner. Sie trägt aktiv zur Energiewende bei und reduziert so die CO₂-Emissionen.

April 2017

So kann's weitergehen

Als Tobias Patzig ins Unternehmen kommt, ist klar: Hier lebt Familientradition. Nach erfolgreichem Studium in Dresden und Praxisjahr im Ausland entscheidet sich der junge Wirtschaftsingenieur: Es geht ins Unternehmen des Gründers Lothar Patzig. Wahrscheinlich wusste Enkel Tobias das auch schon weit früher, denn regelmäßige Praktika und Ferienarbeiten führten ihn in alle Abteilungen, während sein Interesse für das Hüttenhandwerk immer weiter wuchs.

2017

Teamwork

Den Traditionsbetrieb erhalten, ausbauen und in die Zukunft führen: die Kernaufgaben für das gesamte Feinhütte-Team. Und die Basis für zukünftige Erfolge und ganz neue Chancen. Dabei macht die Mischung den Unterschied. Gekonnt kombiniert Feinhütte den reichhaltigen Erfahrungsschatz der heutigen Mannschaft mit neuen, jungen Teammitgliedern – viel Dynamik und Wissensdurst sind also garantiert.

06.10.2017

Mehr als feierlich

Anstoßen auf das erste neue Vierteljahrhundert. Mit Kollegen und 200 geladenen Gästen. Und das in außergewöhnlichem, prachtvollen Rahmen. Schließlich ging es neben 25 Jahren Feinhütte Halsbrücke GmbH auch um vier Jahrhunderte Hüttentradition am selben Standort. Auf eine weiterhin gute und zuverlässige Partnerschaft. Glück auf!

24.12.2018

Glänzend gemacht

Nächste Baustelle abgeschlossen: Mit fertig saniertem Verwaltungsgebäude und der aufwendigen, originalgetreuen Aufarbeitung des Wappensteins – er schmückte das ehemalige Amalgierwerk – wird wieder ein Stück Geschichte sichtbarer. Und es arbeitet sich natürlich auch angenehmer.

01.02.2019

Reiner Fortschritt

Elektrolyse reloaded: Mit der Sanierung und Optimierung der eigenen Elektrolyse kommt jetzt eine atomare Reinigung zum Einsatz, mit der sich herausragende Zinn - Blei Legierungen produzieren lassen: Ihr Reinheitsgrad übertrifft den von handelsüblichem Lot bei weitem – entsprechend gern nutzen alle Unternehmen mit Zinn-Blei Anwendungen das neue „Feinhütte Elyt".

06.07.2019

Aus Tradition gut!

Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wurde in die Liste der UNESCO-Welterbestätten eingetragen. Die Region bewarb sich auf sächsischer Seite mit 17, auf böhmischer Seite mit fünf Bestandteilen um den Titel.

Als ein Bestandteil gehört nun Freiberg und Umgebung mit seiner 800 jährigen Geschichte des Silber- und Zinnbergbaus und der nachgeschalteten Verhüttung der Erze zum UNESCO-Welterbe. Die Entscheidung des Welterbekomitees unterstreicht die gelebte metallurgische Historie der ganzen Region.

Als Feinhütte Halsbrücke wollen wir dabei auch in Zukunft mit Innovationen rund um das Thema Metallurgie glänzen und die Erfolgsgeschichte der Region Freiberg / Halsbrücke durch eigene Beiträge anteilig fortschreiben. Glück auf!

Frühjahr 2020

Corona Pandemie durch Covid19

Aufgrund der pandemischen Lage und einem ersten Lockdown in Deutschland, wird die Feinhütte aufgrund seiner Alleinstellungsmerkmale als systemrelevantes Unternehmen eingruppiert. Wir konnten in dieser Zeit, nicht zuletzt durch unsere großen Lagervorräte, eine störungsfreie Belieferung unserer Kunden ermöglichen.

Sommer 2020

Neue Lagerkapazitäten

Mit dem Bau einer weiteren Industrielagerhalle reagieren wir auf die gestiegene Nachfrage nach Zinnrecycling "Made in Germany". Immer mehr Branchen, wie u.a. die Elektronikindustrie, erkennen den Vorteil für ihr Unternehmen, welche die direkte Verbringung ihrer Prozessrückstände beim Verwerter mit sich bringt.

Herbst 2020

360° Service als Benefit

Das Logo symbolisiert den nachhaltige Hüttenprozess welcher unseren Kunden einen direkten Wettbewerbsvorteil ermöglicht. Qualitätsprodukt – Anwendung – Beratung – Recycling – Qualitätsprodukt. Von der Wiege zur Bahre! Neben innovativen Produkten umfasst unser Service umfangreiche Beratung sowie das Recycling der anfallenden Rückstände.

2021: Zu Ehren von Lothar Patzig

"Schaue nach vorn, es gibt immer einen Weg."

Fast drei Jahrzehnte hat er als Gesellschafter und Geschäftsführer mit unternehmerischem Weitblick, technischem Wissen und Verantwortung unser Unternehmen geführt und ausgebaut. Sein Handeln war von Fleiß, Disziplin und Mut geprägt.

Wir trauern um eine Persönlichkeit, die durch ihre hilfsbereite Art und ihr fachliches Wissen von allen geachtet und geschätzt war und der wir zu großem Dank verpflichtet sind.

Sein unerschütterlicher Wille ließ ihn fokussiert nach vorn blicken und Lösungen für scheinbar unlösbare Aufgaben finden. Diese Gabe schätzten Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden und nicht zuletzt wir als Familie.

Tobias Patzig, bereits jahrelang im Unternehmen und zuletzt als kaufmännischer Leiter tätig, wird als Geschäftsführer berufen.

2023

Zertifiziert nachhaltig

Feinhütte ist weltweit als erste Hütte für die Materialströme Zinn und Blei nach ISO 14021 und RMI Downstream zertifiziert. Erfolg heißt für uns auch: das Thema Qualität ebenso systematisch wie klar in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen – tagtäglich.

15.01.2025

Investition in die Zukunft

Nach drei Jahren Planung, Genehmigung, Bau und Montage wird die hochmoderne Misch- und Brikettieranlage mit einem Investitionsvolumen von ca. 8,5 Mio. EUR in Betrieb genommen. Sie stellt einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung des Unternehmens dar. 

Die Produktionsanlage zur Agglomeration von komplexen Sekundärmaterialien setzt Maßstäbe hinsichtlich Materialausbringung, Emissionsminderung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

April 2025

Aus Verantwortung zum Metall

Feinhütte hat sich als Marke strategisch neu aufgestellt. Der Prozess begann 2023 mit einem Markenworkshop, in dem Charakteristika, Vision und künftige Ausrichtung definiert wurden. Das neue Corporate Design spiegelt diesen Wandel wider: Es verbindet Tradition mit Innovation, schafft eine klare und zukunftsgerichtete Kommunikation und stärkt das Markenprofil von Feinhütte. Dabei stehen Werte wie Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit und Dynamik im Fokus.