Lagermetall-Legierungen aus Zinn und Blei für anspruchsvolle Anwendungen

Lagermetall - auch Weißmetall oder Gleitlagerlegierung genannt - sind speziell entwickelte Weißmetalllegierung, welche u.a. aus Zinn, Antimon, Kupfer, Blei und gelegentlich Silber, Nickel und Zink bestehen. Sie werden gezielt zur Herstellung von Radial-Axialgleitlagern, Segmentlagern, Lagerbuchsen, Pleuellagern und Planetenbolzen eingesetzt. Zu unseren wichtigsten Abnehmern von Weißmetallen der Lagermetallgruppen zählen Industriekunden, welche aus den gelieferten Lagermetallmischungen vor allem Gleitlager für Getriebe, Windkraftanlagen, Kompressoren, Elektromaschinen und anderen Industrieanlagen herstellen.

Typische Merkmale:

  • für niedrige als auch hohe Drehzahlen geeignet

  • sehr gute Notlaufeigenschaften (geringe Haftreibung & gute Schlagbeanspruchung)

  • sowohl für sphärischen Guß als auch Druckguß und Druckschleuderguß geeignet

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Standard‑ und High‑Performance‑Legierungen

Bleihaltig und bleifrei

Ob etabliertes Standardmetall oder moderne, umweltverträgliche Varianten – wir bieten passende Legierungen für Ihre technischen Anforderungen.

 

Standardlegierung

Bleifreie Hochzinn-Legierung

Legierung

WM80 

(Sn80Sb12Cu6Pb2)

WM89 

(Sn89Sb7,5Cu3,5)

Therm81AG 

(Sn81,3Sb12Cu6Zn0,6Ag0,1)

Zusammensetzung80% Zinn, 11-13% Antimon, ~6% Kupfer, <3% Blei89% Zinn, 7,5% Antimon, 3,5% Kupfer~81% Zinn, 12% Antimon, 6% Kupfer, 0,6% Zink, 0,1% Silber
Einsatzgebiete

Turbinen

Elektromaschinen

Verdichter

Walzwerklager

Gasturbinen

Getriebe

Turbomaschinen

Verdichter

Generatorenlager

Eigenschaften

geeignet für langsame und hohe Gleitgeschwindigkeiten

mittlere statische Belastbarkeit

geringe Empfindlichkeit gegen Kantenpressung

geeignet für mittlere und hohe Gleitgeschwindigkeiten

mittlere statische Belastbarkeit

geringe Empfindlichkeit gegen Kantenpressung 

gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Schwingungen und Biegewechselbeanspruchungen

höchste statische Belastbarkeit

hohe Widerstandsfähigkeit gegen dynamische Beanspruchungen

gute Formbeständigkeit



Gleitlagerlegierungen für zahlreiche Schlüsselbranchen

Lagermetalle werden überall dort eingesetzt, wo Maschinenkomponenten dreh- oder schwenkbar gelagert und gleichzeitig zuverlässig vor Verschleiß, Reibung und Ausfällen geschützt werden müssen. Ihre Kombination aus Gleiteigenschaften, Verschleißfestigkeit und thermischer Belastbarkeit macht sie unverzichtbar für zahlreiche industrielle Anwendungen.

Zu den Hauptbranchen gehören:

Im Maschinenbau und der Antriebstechnik werden Gleitlagerlegierungen insbesondere in Industriegetrieben, Pressen, Walzanlagen und Kompressoren eingesetzt. Hier kommt es auf eine dauerhaft belastbare Lagerung bei gleichzeitig minimalem Reibungsverlust an – vor allem im Dauerbetrieb oder bei wechselnden Lastzuständen.

Im Energie- und Turbinenbau, etwa bei Windkraft-, Wasser- oder Gaskraftwerken, sichern Lagermetalle die zuverlässige Funktion von Rotoren, Axial- und Radiallagerungen sowie von Hilfsaggregaten. Gerade in der Windenergie sind sie essenzieller Bestandteil des Hauptlagers in der Gondel – ein hochbelasteter Bereich, bei dem Temperatur-, Druck- und Umwelteinflüsse zusammenwirken.

Die Luft- und Raumfahrt setzt Lagermetalle in Turboladern, Hilfsturbinen (APU) und in Aktuatoren ein. Hier sind besonders leichte, hitzebeständige und gleichzeitig hochbelastbare Werkstoffe erforderlich – ein ideales Einsatzfeld für hochreine, zinnbasierte Lagermetalle mit fein abgestimmter Legierungsstruktur.

Auch im Bereich Verkehrstechnik und Bahntechnik spielen Gleitlagerlegierungen eine tragende Rolle – zum Beispiel in Traktionsmotoren, Lokomotivlagern, Schwenkeinheiten oder in der Bremsmechanik. Die Materialien müssen dort extreme Lastwechsel, Vibrationen und hohe Drehzahlen zuverlässig kompensieren.

Im Baugewerbe und in der Schwerlasttechnik werden Lagermetalle für rotierende Lager in Drehkränen, Hydrauliksystemen, Seilwinden oder Hebeeinrichtungen eingesetzt. Besonders gefragt sind hier Varianten mit hoher Druckfestigkeit, guter Notlaufeigenschaft und einem stabilen Gießverhalten – auch bei großen Bauteilquerschnitten.

In der Pumpen-, Ventil- und Armaturentechnik schließlich schützen Lagermetalle bewegliche Komponenten in chemischen Anlagen, Raffinerien, Energiezentralen oder Kühlwasserpumpen. Hier sind medienresistente, verschleißarme Legierungen erforderlich, die auch bei Schmierstoffmangel oder wechselnden Temperaturen zuverlässig funktionieren.

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Das richtige Format für Ihren Prozess

Damit Sie unsere Lagermetalle effizient in Ihren Produktionsprozess einbinden können, liefern wir sie in verschiedenen Formaten. Ob Barren mit oder ohne Aufhängung für eine einfache Handhabung, Stangen und Stäbe für präzises Dosieren - jedes Format ist darauf ausgelegt, Rüstzeiten zu verkürzen, Materialverluste zu minimieren und eine gleichbleibend hohe Schmelz- und Gießqualität sicherzustellen. Gemeinsam finden wir die optimale Lieferform für Ihre Anwendung.

Produktion in Deutschland

Unsere Fertigung findet vollständig an unserem Standort in Halsbrücke statt - mit einem engagierten Team, das Qualität mit Verantwortung fertigt.

Konstante Qualität & Rückverfolgbarkeit

Jede Charge wird im eigenen Labor analysiert und dokumentiert – für gleichbleibende Qualität und vollständige Rückverfolgbarkeit.

Gelebte Kreislaufwirtschaft & Rohstoffrückführung

Wir schließen Materialkreisläufe und führen wertvolle Metalle zurück in die Produktion, ressourcenschonend und nachhaltig.

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Anfragedaten

Gemäß der Chemikalien-Verbotsverordnung (§ 5 ChemVerbotsV) dürfen bleihaltige Stoffe nur an gewerbliche Abnehmer mit entsprechender Fachkunde abgegeben werden. Ein Verkauf an Privatpersonen ist gesetzlich untersagt. Wir behalten uns daher vor, bei Bestellungen entsprechende Nachweise einzufordern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet. Sie bezeichnen Legierungen auf Zinn- oder Bleibasis, die speziell für die Herstellung von Gleitlagern entwickelt wurden.

  • Lagermetall ist der Oberbegriff für solche Legierungen.

  • Gleitlagerlegierung beschreibt den technischen Einsatzbereich.

  • Weißmetall bezieht sich auf das silbrig glänzende Aussehen dieser Buntmetallmischungen.

Gemeinsam ist allen Varianten: Sie bieten optimale Gleiteigenschaften, hohe Druckfestigkeit und gute Notlaufeigenschaften.

Bleifreie Lagermetalle werden überall dort eingesetzt, wo gesetzliche Vorgaben – etwa RoHS, REACH oder Umweltauflagen – das Verwenden bleihaltiger Werkstoffe einschränken.
Typische Einsatzbereiche:

  • Windkraftanlagen

  • Lebensmittelnähe oder Trinkwassersysteme

  • Exportorientierte Produktionen mit EU-Richtlinien

Bleifreie Legierungen wie WM89 bieten dabei mittlerweile vergleichbare Leistungswerte wie klassische bleihaltige Varianten – oft mit verbesserter Umweltverträglichkeit.

Je nach Bedarf liefern wir Lagermetalle in verschiedenen Formaten:

  • Barren mit und ohne Aufhängung

  • Stangen Typ 3K & 4K

  • Stäbe